Windkraft-Technik

Wie funktioniert das

Wesentliche Funktions-Elemente
Generator-Technik
Steuerung, Stabilisierung und Netzanschluss
Stabilitätsverhalten
Mechanik/Aerodynamik
Enercon
Weltmarkt

 

Diese Seiten enthalten eine Menge spezifische Begriffe, die teilweise auf den einschlägigen Seiten der WEA-Hersteller bzw. auf Seiten der Elektrotechnik erläutert werden. Wir verzichten hier auf weitere Detail-Erklärungen.
Grundsätzliches Prinzip ist: Durch typischerweise drei Rotorblätter mit einem in den Wind gestellten Profil wird durch die Energie des Windes eine Hauptwelle in Drehung versetzt, die dann wiederum entweder mittelbar über ein Getriebe mit einem Generator verbunden ist, der ab einer Windgeschwindigkeit von 3-6 m/sec je nach Profil-Auslegung Strom erzeugt. Diese Erzeugung wird bei Geschwindigkeiten von 22-28 m/sec abgeschaltet und die Anlage wird dann entweder abgebremst und arretiert oder die Profile werden in eine Leerlaufstellung gefahren.
Moderne Anlagen können nicht im sogenannten Motorbetrieb, d.h. Rotation durch Einspeisung von Strom in die Generator-Wicklungen, gefahren werden. Wenn eine Anlage bei "Windstille" dreht, liegt das daran, dass in größeren Höhen durch hinreichende Windenergie für den Dreheffekt vorhanden ist. In dieser Schwachwindsituation können auch insbesondere durch Termik-Effekte auf kleinstem Raum unterschiedliche Windrichtungen und Stärken entstehen, so dass z.B. eine Anlage im Rechten Winkel zu einer anderen in direkter Nähe steht und eine dritte vielleicht gar nicht dreht.
Eine Anlage verbraucht für verschiedenste Zwecke permanent Strom, den sie aus dem Netz bezieht. Die dabei aufgenommene Leistung entspricht in etwa der eines Kleinwagens bei mittlerer Geschwindigkeit.    

 

 


Wesentliche Funktionselemente

Das Fundament
Versorgungsleitungen und Netzanbindung (Leitungen und Umspanner, Trenner(Übergabestation), etc.)
der Mast mit Innenaufstieg und die begehbare Gondel
Der Rotor mit drei Blättern an der Hauptwelle
an die Hauptwelle angeflanschtes Getriebe (Ausnahme Enercon)
Generator mit dazu gehörendem Gleichrichter für Erregerstrom
Wechselrichter bei Gleichstrom-Generatoren
Steuerungstechnik
Montage für Lastenaufzug für Wartung

Prinzipiell gibt es die Rotor-Blatt-Varianten fester und verstellbarer Anstellwinkel (des Blattes) gegen den Wind. Letzteres nennt man Pitch. Die Verstellung erfolgt ebenso wie die Drehung um die Azimuth-Achse der Gondel durch unabhängige Elektromotoren bzw. durch Hydraulik-Steuerung.

Je nach Generator-Technik arbeiten die Anlagen mit fester, vielfacher oder variabler Rotor-Drehzahl.

 

Enercon-Prinzip mit dem Getriebelosen Synchron-Generator.

Der Aufstieg zur Gondel erfolgt mit einer Steigleiter, ggf. mit dem optional vorhandenen Aufzug. 200-400 Stufen.

 


Generator-Technik


Wie werden die WEA mit variablen Windgeschwindigkeiten fertig und wie wird sichergestellt, das der erzeugte Strom in Bezug auf die drei Gütekriterien (Spannung, Frequenz-Stabilität, Phasen-Synchronität) zum Netz passt:

Grundsätzlich sind heute drei Techniken im Einsatz, die aber alle nach dem Generator-Grundprinzip arbeiten:
Aus drei (oder vielfachen) Stator-Wicklungen wird Wechsel-Spannung geliefert (Also Drehstrom wegen der drei Pakete), der dadurch entsteht, dass man ein Magnetfeld im Rotor rotieren lässt. Dieses Magnetfeld wiederum entsteht dadurch, das man Gleichstrom durch Erregerwicklungen schickt, die um Eisenplattenpakete gewickelt sind.
Alle drei Techniken unterscheiden sich jedoch grundlegend von den praxisbewährten Synchron-Generatoren der konventionellen Kraftwerke in zwei entscheidenden Punkten:
-jene haben eine Leistungskennlinie, die bewirkt, dass bei einer Abweichung im o.g. Qualitäts-Triumvirat zunächst gegengesteuert wird
-sie haben neben der permanent zugeführten thermo-dynamischen Energie des Dampfes genügend kinetische Energie bedingt durch Rotationsgeschwindigkeit, Masse und Durchmesser der rotierenden Teile bevorratet, um den ersten Punkt zu nutzen.

Die WEA-Generatoren sind Leichtfüsse mit Mini-Durchmesser und haben deshalb auch die Kennlinie nicht. Damit erschöpft sich die teilweise hochgepriesen Reaktionsfähigkeit, im Rahmen der vorhandenen Windenergie weiter zu produzieren statt vom Netz zu gehen (siehe unten).

Dabei unterscheidet man im wesentlichen die drei Varianten:

Polumschaltbare (Asynchron)Generatoren
für 2-Drehzahlbetrieb (nur bei kleineren Leistungen üblich)

Große, drehzahlvariable, vielpolige Generatoren
ohne Getriebe mit anschließendem Gleichrichter-/Wechselrichter-System (System Enercon)

Doppelt gespeiste Asynchrongeneratoren (DGA)
d.h. elektrische Kompensation von Drehzahlschwankungen durch Drehfeld im Rotor des Generators (Standard)
Auf letztere als interessanteste und auch komplexeste Technik wird näher eingegangen.
Zum Gesamtverständnis ist noch wichtig, dass WEA weder einen Hilfsgenerator noch eine aktive Kurzschlussschaltung besitzen, d.h. Hilfsfunktionen wie Steuerung, Heizung, Bewegung von Azimuth (Gondel-Hochachse) und Pitch (Blattlängsachse) und auch die Beschickung der Erregerwicklung im Hochfahrmodus  werden durch Strombezug aus dem Netz realisiert.
Bei typischen Betriebszeiten sollten die Verbräuche unter 5% der Jahresleistung liegen.

 

Das Besondere am DGA ist, dass er bei variabler Drehzahl trotzdem Wechselstrom erzeugt, der den erforderlichen Gütekriterien entspricht und ohne Gleich-Wechselrichtungs-Komponenten für die Einspeisung auskommt (bzw. nur die Produktiv-Anteile aus der Rotor-Erzeugung in der übersynchronen Betriebsart (s.u.)

Typische Betriebsweise:
Der Rotor des Windantriebes treibt ein mehrstufiges Getriebe an. Die Generatorwelle wird von der Getriebe-Abtriebswelle angetrieben. Liegt die Antriebsdrehzahl innerhalb der Drehzahlgrenzen und wird vom Windbetriebsführungssystem das Signal „Erregungsfreigabe“ an den Umrichter abgegeben, erfolgt die Erregung des Systems. Die Fremderregung wird aus einer Steuerspannung strombegrenzend über eine Gleichrichtereinheit in den noch spannungslosen Umrichter-Zwischenkreis eingespeist. Der Hauptumrichter liefert die Erregungsenergie über den du/dt-Filter und die Schleifringe auf den Rotor des Asynchron-Generators. Der Generator baut auf der Ständerseite die Spannung auf und bildet dann über dem HF-Filter, Kommutierungs-Drossel und den Spannungs- und Hauptumrichter mit du/dt-Filter den Erregerkreis. Nach Erreichen von Nennspannung und Nennfrequenz und der Verknüpfung mit dem Wind-Energie-Anlage (WEA)-Signal: „Lastanforderung“ wird die Synchronisierung des Generators zum Netz eingeleitet und der Generatorleistungsschalter bzw. Leistungsschütz zugeschaltet. Die Anlage arbeitet im Netzparallelbetrieb.

Betriebsarten:

1. Übersynchrone Betriebsart (Nennarbeitsbereich): Der Generatorstator liefert ca. 80 % der elektrischen Systemleistung ins Netz, der Rotor liefert über den Umrichter die Differenz von ca. 20 % der Leistung ins Netz.

2. Synchrone Betriebsart (Teillastbereich): Der Generatorstator liefert 100 % der elektrischen Leistung ins Netz und der Umrichter hält mit wenigen Prozent der Leistung die notwendige Erregung bereit.

3. Untersynchrone Betriebsart (Teillast- bis Schwachlastbereich): Der Generatorstator liefert 100 % der elektrischen Leistung ins Netz und zusätzlich eine Schlupfleistung, die vom Umrichter wieder in den Rotor gespeist wird, um die Ausgangsfrequenz konstant zu halten. Mit Hilfe dieser o. g. Eigenschaften werden zum einen die mechanische Beanspruchung des Antriebsstranges erheblich verringert und zum anderen die abgegebene elektrische Energie in der geforderten Qualität geliefert.

Kenndaten einer  modernen 2 MW-Anlage (DeWind) und der Enercon E126 (tw. überarbeitet)

Hersteller

DeWind

Enercon

Nennleistung

2.000 kW

6.000 kW

Rotordurchmesser

80 m

126 m

Blattzahl

3

3

überstrichene Fläche

5.027 m2

10.205 qm

Blitzschutz im Rotor

ja

ja

Einschaltgeschwindigkeit

3 m/s

2,5 m/s

Nennwindgeschwindigkeit

13,5 m/s

 

Abschaltgeschwindigkeit

keine

28-34 m/s

Überlebenswindgeschwindigkeit

57,4 m/s

 

Nenndrehzahl

18,0 min-1

 

Drehzahlbereich

11,1-20,7 min-1

8 – 13 min-1

Drehzahlregelung

pitch, aktive Blattverstellung

pitch, aktive Blattverstellung

Drehzahlbegrenzung

pitch

pitch

Getriebe

3-Stufen-Planeten-Stirnradgetriebe

kein

Übersetzung

1:94

entfällt

Hauptbremssystem

hydraulisch, zentrale Blattverstellung

 

Notbremssystem

hydraulisch, Einzelblattverstellung

 

Parkbremssystem

Scheibenbremse

 

Generator

asynchron, doppeltgespeist

 

Schlupfbereich

± 30%

 

Nennspannung

690 V

 

Netzfrequenzen

50 Hz

 

Umrichter

IGBT-Umrichter

 

Modulationsart

Pulsweitenmodulation

 

Windrichtungsnachführung

aktiv über Stellmotoren

 

Meteorologiesensoren

Sensoren für Windrichtung /

 

Windstärke und Außentemperatur 

 

 

Fernüberwachung

automatische Datenübertragung

automatische Datenübertragung

 

 

Turm

Stahlrohrturm

Betonturm

 

 

Nabenhöhen

80 m/95 m

140 m

 

 

Gesamthöhen

120 m/135 m

Ca. 205 m

 

 

Netzspannungen

10 kV / 20 kV, andere auf Anfrage

 

 

 

Nennstrom

1675 A

 

 

 

Leistungsfaktor, Standard

1

 

 

 

Leistungsfaktor, optional

0,9 kap. bis 0,95 ind.

 

 

 

Flickerbeiwert c

9

 

 

 

Klirrfaktor

1%

 

 

 

Kimax = Imax / Ing

1,1

 

 

 

Über-/Unterspannung

parametrierbar

 

 

 

Ober-/Unterfrequenz

±1 Hz, parametrierbar

 

 

 

Auslösezeiten

parametrierbar

 

 

 

Körperschallentkopplung

Schwingelemente am Triebstrang

 

 

 

 

Auf das komplexe Thema Blind- und Wirkleistung wollen wir hier nicht ernsthaft eingehen, sondern das Problem an einem Beispiel transparent machen. Asynchron-Generatoren haben prinzipiell ein nicht Netz-sympatisches Arbeitsverhalten. Man kann sich das so vorstellen: Wenn der Wagen im Dreck steckt, stellen sich die vier Fuhrknechte mit ihrem ganzen Gewicht auf die Speichen, um den Pferden zu helfen – natürlich vor der Achse in Fahrtrichtung auf Nabenhöhe ganz aussen am Reifen. Wenn es nun gelingt, den Wagen zu bewegen, bewegen sie sich nach unten und der Kraftarm und damit die Hebelwirkung wird kleiner. Wenn nun der Asychron-Fuhrknecht schon zu Beginn des Aktes unten stand, wirkt er plötzlich entgegengesetzt und der Wagen bleibt stecken.

 

Die Technik von Enercon arbeitet völlig anders.



 

Steuerung, Stabilisierung und Netzanschluss  

WEA werden heute häufig nicht als Einzel-Anlage mit einem Netz verbunden, sondern zunächst zusammengeschaltet, bevor sie ihre Leistung praktisch wie ein Kraftwerk an das Netz abgeben. Typischerweise erfolgt der Anschluß im Mittelspannungsbereich (10-30kV), aber auch Anschluß im Hochspannungsbereich 110/220 kV ist möglich.
folgendes Diagramm enthält die wichtigsten Komponenten für verschiedene Varianten.

 

Grundsätzlich bestände für die Planungsverantwortlichen ein Gestaltungspotential in diesem Bereich.
Die Technischen Vorschriften liegen in der Hoheit der Netzbetreiber.
Es gibt erhebliches Gerangel zwischen WEA- und Netzbetreibern um die Kosten für Anschluß-Komponenten.

Eines der ganz großen Probleme bei der WEA-NetzIntzegration ist die mangelnde Fähigkeit von WEA-Generatoren, bei Netzproblemen (Ausfall von Erzeugern) stabilisierend durch Leistungssteigerung einzugreifen. Im Gegenteil gehen WEA sehr viel eher als klassische Erzeuger vom Netz und erhöhen damit das Blackout-Risiko zusätzlich. Hier soll eine neue patentierte Steuerungstechnik von GE in begrenztem Masse Abhilfe schaffen.

 

Für die Wartung und Steuerung sind heute schon viele Anlagen an Hersteller-seitige Zentralen angeschlossen, die nach erzeugter Energie mit ca. 1,2 Ct je kWh (Enercon-Wert) abrechnen.

 

 

 


Stabilitätsverhalten

 

Neben der schlechten Wirtschaftlichkeit und der volkswirtschaftlichen und ökologischen Nutzlosigkeit haben die WEA-Systeme und auch die Voltaik-Systeme noch ein weiteres kritisches Defizit, das mit steigendem Anteil exponentiell problematisch wird:

In einem großen Verbund treten immer mal ungeplante Produktionsausfälle und nicht erwartete Verbrauchsspitzen aus.
Diese führen zunächst zu einem Absinken der Spannung im Netz und dann im nächsten Schritt u.U. zu einem Frequenzabweichung und weiterhin zu einen Phasen-Asynchronität zwischen Netz-Segmenten, was natürlich schlagartig die Blindarbeit in die Höhe treibt.

 

Klassische Synchron-Generatoren haben hier einen positiven stabilisierenden Effekt, d.h. sie fahren automatisch ihre Stromabgabe hoch und tragen somit zur Stabilisierung bei. Erst bei Erreichen der Lastgrenzen trippen sie, wie die Fachleute sagen, d.h. sie schalten sich automatisch vom Netz, wodurch natürlich das Risiko des "Trippens" bei den verbleibenden Erzeugern im Verbund umso größer wird (Siehe USA-Blackout).
Sie können das natürlich nur für eine sehr kurze Zeit von wenigen Millisekunden bis zu 10 sec, danach ist die hohe Rotationsenergie der schnell drehenden Massen-Elemente verbraucht und eine weitere Reduktion der Drehzahl würde die Frequenz unter die zulässige Toleranz bringen.

 

Ganz anders nun verhalten sich WEA- und Voltaik-Generatoren. Sie sind nicht belastbar und "trippen" (vom Netz abschalten) sofort. Nun macht eine einzelne WEA wegen ihrer relativ geringen Leistung kein großes Problem, aber im Domino-Effekt und bei großen Wind-Industrie-Parks ist das schon relevant. Trotz der großen Rotor-Durchmesser ist die vorhandene kinetische Energie wegen der niedrigen Drehzahl (E=M*V exp2) im Vergleich zu einem konventionellen Generator (Leistungsnormiert) minimal!
Das ist bei den folgenden Sachverhalten zu berücksichtigen:
Es geht um die Engpässe Spannungseinbruch (LVRT =  low voltage ride through) und Phasenverschiebung (Blindstrom-Arbeit) (VAR = volt ampere reactive)

Für die Enercon-Generatoren (Synchron mit elektronischen Umrichtern) und für Voltaik gibt es keine Möglichkeit, dieses Defizit auszugleichen.
Bei den WEA mit Getriebe, die ausnahmslos als sogenannte Doppelt gespeiste Asynchron-Generatoren betrieben werden (DGA), gibt es zumindest Ansätze:
Die Firma GE (General-Electric) hat durch ein Verfahren auch dem DGA-Generator diesen Unterstützungseffekt des Synchron-Generators beigebracht. Eine Nachrüstung in bestehenden Anlagen ist auch nicht vertretbar und aus Sicht des WEA-Betreibers völlig überflüssig, da er ja nicht für die Netzstabilität verantwortlich ist. In Zonen mit EEG-Abnahme-Verpflichtung (z.B. Deutschland) ist der Nutzen auch sowieso nicht gegeben, da WEA ja nicht extern gesteuert sind, und somit sowieso an ihrer Lastgrenze laufen.


Allerdings hat inzwischen auch Enercon ein Verfahren für seine Synchron-Anlagen entwickelt und ausserdem der VDN (Verband der Netzbetreiber) eine Vorschrift  zum Anschluss von Wind-Parks an das Höchstspannungsnetz entwickelt, die einerseits das Verhalten von Anlagen bei o.g. Engpässen behandelt und andererseits die externe Steuerung von WEA (Abgabe-Reduktion) beinhaltet.
Diese Vorschrift reduziert die Abgabemenge, damit den Ertrag und steht damit im Widerspruch zum EEG. Die Vorschrift ist nicht bindend. Es bleibt abzuwarten, ob es den Netzbetreibern gelingt, die Vorschrift durchzusetzen. 

Dieser Sachverhalt ist unter Energie-Wissenschaftlern bisher wenig erforscht. Man bedient sich einer intuitiv abgeleiteten Faustformel, die besagt, das 30-50% der anstehenden Leistung aus klassischen Synchron-Generatoren  bestehen müssen. Diesem wollen die "Erneuerbare" mit dem sogenannten Smart-Grid begegnen. Man übersieht dabei allerdings, dass die Reaktions-Zeiten eines Smart-Grids nicht im Milli-Sekundenbereich liegen und es viele weitere kontraproduktive Effekte dieser Smart-Grids gibt.  

spektakulärer Ausfall
Wann kommt der nächste Windstrom-bedingte (Solar ist von der Menge her zu mickrig) Blackout? Es werden Wetten angenommen!

Das EU-Netz-Flickering am 4.11.2006 um 22.10 Uhr ist nur ein kleiner Vorgeschmack gewesen!
(30.000 MW Offshore-Windkraft kommt (Wenn dann nicht der gesunde Menschenverstand diesen Unfug doch noch stoppt), und sie ist genauso unberechenbar und fern vom Verbrauch.)
Die Ursache war die unstete Windstrom-Erzeugung!

Politiker, Öko-Diktatoren und Netzbetreiber werden es nicht kaschieren können!
Viele haben bereits ihren Kommentare gegeben ideologisch geprägte wie Gabriel, vorschnell die "schuldigen" identifizierende wie der Hessische MP Koch, und die Windlobby hatte schon am 6. 11. auf ihrer Seite den Text: Der Windstrom war es nicht, im Gegenteil, er hat geholfen, das Schlimmste zu verhindern.
Das ist eindeutig falsch.
Nach allen mir vorliegenden Informationen, zusammengetragen  aus lokaler Befragung zum Wetter am 5.11. in Wilhelmshaven, den extrapolationsfähigen Windstrom-Einspeisedaten des ISET, einigen Netzdaten von E.ON und RWE und aus Gesprächen in einem Kraftwerk in Norddeutschen Raum am 5.11. ergibt sich ein klares Ablauf und Ursachen-Bild. Dazu muss man sich zunächst die Strom-Führung klar machen. Siehe folgendes Bild:
380 kV-Leitungen in rot, 220kV in grün, violette Linie - der Umweg, X = Abschaltung
 Die (abgeschaltete) Haupttrasse zur Ableitung des Windstromes aus dem WEA-Ballungsgebiet (violette Handlinie) führt südlich Emden über die Ems und drückt den Windstrom (sehr zum Ärger der Niederländer) in die Niederlande und in Richtung Ruhrgebiet. Seit ca. 19.00 Uhr lag rund 7.000 MW –Windstrom-Leistung in Deutschland mit hoher Volatilität an, d.h. auf Böenartige Windveränderungen reagieren die WEA sofort mit massiven Einspeiseschwankungen. Davon waren in der E.ON-Regelzone (nördlicher Teil entspricht in etwa dem Bild) ca. 3.300 von insgesamt 13.000 MW anliegend. Zum Einbruchszeitpunkt erfolgte ein Hub von ca. 400 MW (unsere Information) bzw. 6.000 MW (E.ON-Vorstand) durch Windzunahme.  (Siehe Diagramm)
E.On selbst spricht von einer erhöhten Netzbelastung ab 22.05 Uhr, ohne über Ursachen zu spekulieren.
Dieser Hub ist nicht ungewöhnlich und wäre über die abgeschaltete Leitung abgefedert worden. Die Abführung über die violette Strecke führte zu dem Zusammenbruch der abführenden (Umweg-) Leitungen an der Grenze zu Niedersachsen (Espelkamp-Petershagen) und im Raum Ostwestfalen (Bielefeld-Gütersloh / Bielefeld-Paderborn) – Letztere sind in direktem Zusammenhang mit dem Windstrom-Überangebot erklärbar, wenn man die dort parallel laufenden hohen Windstrom-Einspeisungen aus dem Vattenfall-Gebiet berücksichtigt.
Die weiteren Folgen sind dann physikalisch komplexer Natur und auf die Darstellung wird hier verzichtet. Prinzipiell gab es jetzt keinen Europäischen Leistungsverbund mehr sondern drei unabhängig laufende Netze, bei denen in einem Überkapazität vorhanden war und in zwei weiteren Unterkapazität. Daraus entstanden die lokalen Einbrüche bei der weiteren Zwangsaufteilung der Netze.
In Folge sind in der Zeit zwischen 22.10 und 23.00 viele Windparks vom Netz gegangen und die stündliche Einspeise-Leistung in Deutschland ist um ca. 2.000 gesunken. Ca. 20% der Windparks (mit zentraler Einspeisung im 50kV-Netz ) im Raum Niedersachsen waren auch am nächsten Tag noch nicht wieder am Netz.
E.ON hat meiner Bitte nicht entsprochen, die 1-min-Werte, die hier Klarheit schaffen würden, bereitzustellen (angesprochen wurde die Stelle für Öffentlichkeitsarbeit bei E.ON-Netz).
Lt. E.ON-Bericht Seite 17 lag die Windstrom-Einspeisung im 15-min Intervall bis 22.00 Uhr bereits rd. 400 MW über Prognose, im Intervall bis 22.15 stieg dieser Wert auf 500 MW entsprechend einer tatsächlichen Einspeisung von 3.400 MW. Wenn man nun unterstellt, dass schnell sehr viele WEA-Anlagen vom Netz gegangen sind, dürfte der reale Wert um 22.15 eher bei dem Wert von 22.30 Uhr (2.600) gelegen haben. d.h. für den vermuteten Integralwert bis 22.10 (vor dem Trippen) von vielleicht 4.500 MW lässt sich eine noch erheblich darüber liegende Leistungsspitze um ca. 22.10 vermuten. Dieser Belastung waren die Leitungen nicht mehr gewachsen, so dass dann nach den manuellen Zusammenschlüssen (als Notmassnahme) die Abschaltung erfolgte. Um  22.10 Uhr trat dann als Folge ein Frequenz-Anstieg von 50.00 Hertz auf 50.62 Hertz im Bereich E.ON/Vattenfall ein. Die zulässige Bandbreit liegt zwischen 49.95 und 50.05 Hertz. Die Abweichung verblieb bis zur erneuten Zusammenschaltung nach ca. 30 min über der zulässigen Toleranz. (*)
Das Windstrom-Ausgleichsdiagramm zeigt für das 15-min-Intervall ab 22.00 Uhr gegenüber dem davor liegenden einen deutlichen Anstieg des Windstrom-Abflusses von E.ON nach RWE, wohin gegen die Zuführung aus dem Osten von Vattenfall konstant blieb, was zusätzlich darauf hindeutet, das die eigentliche Ursache bei dem vermuteten Windstrom-Leistungs-Hub im Bereich E.ON-Nord zu suchen ist, auch wenn eine spontane synchrone Wind-Zunahme in einem größeren Areal sehr unrealistisch ist. Aber insgesamt war das Netz wohl am Anschlag (wegen der hohen Windstrom-Einspeiung aus dem Bereich Vattenfall-Netz), so dass dann der kontinuierliche Hub von 22.05 bis 22.10 gereicht hat.   
Die Leistungsspitzen-Annahme korreliert mit der ISET-Extrapolation (!!), die für 22.00 bis 22.15 bereits eine signifikante Absenkung 7309 => 6650 MW über Deutschland ausweist (Gesamt-Einspeise-Glättungseffekt).

Hier jetzt die Schuld bei Operatoren (Menschen) zu suchen, ist der falsche Weg.
Wind ist völlig ungeeignet, den Grundbedürfnissen entsprechend Strom zu erzeugen!
   

Man gibt Menschen eine unlösbare Aufgabe (Windstrom zu bändigen) und sagt dann, die Nichterfüllung ist menschliches Fehlverhalten oder Versagen!

(*) Diese Situation hat erstmalig das Netzverhalten bei einer sehr hohen Windstrom-Einspeisung gezeigt. Die langfristig offensichtlich nicht glättbare Frequenz im E.ON-Vattenfall-Verbund lässt ein weiteres grundsätzliches Problem für den Netzbetrieb resultierend aus der ENERCON-Generator-Technik oder aus der Technik der Asynchron-Generatoren oder aus beiden vermuten. Beide sind im E.ON/Vattenfall-Verbund mit in etwa gleicher Leistung vertreten.
Im vom Ausfall betroffenen Rest des Europa-Verbundes (wo Windkraft praktisch keine Rolle spielt) war man praktisch nach 12 min wieder in der Toleranzbreite (mit leichten Ausreissern)

Soweit der aktuelle Fall. Der erste ähnlich gelagerte Fall ereignete sich im Februar 2002, allerdings damals ohne Ausfall. Die Fälle werden sich mit zunehmendem Windstromausbau häufen!

 

 

 

 


Mechanik/Aerodynamik

WEA sind einer unglaublichen Challenge in mehreren Richtungen ausgesetzt:
Die Komplexität der  Regelung ist bereits im Abschnitt Generator angesprochen werden. Auf den Rotor mit seinen doch relativ großen Massen wirken massive aerodynamische Kräfte. Wer einmal in einem Linienflugzeug die harten Schläge der Clear-Air-Turbulenzen mitgemacht hat, hat eine Vorstellung, welche Kräfte auf die Läger der Hauptwelle (in alle Dimensionen) einwirken.
Nicht sehr viel weniger beansprucht ist die Hydraulik der Pitch-Verstellung.
Um diese Einwirkung in der vollen Tragweite einschätzen zu können, muss man sich bewusst machen, dass Regel Nr.1 in einem klassischen Generator absolute Lastkonstanz und Vermeidung jeglicher nicht axialer Belastungen ist. Dazu werden sehr aufwendige Massnahmen bei der Dampf- oder Wasser-Anströmung betrieben. Dann kann eine Turbine u. U. 10.000 Stunden laufen, ohne sie anzuhalten, wenn sie stromlos gemacht wird, läuft sich noch 30 Minuten nach. Eine WEA muss bei Böigkeit binnen kürzester Zeit abgebremst und arretiert werden. 

 

Die nächste grosse Challenge ist der Riesenaufwand für die paar Watt (im Vergleich zu einem klassischen Kraftwerk)

 


Im linken Bild Wartung an einer 1.2 MW WEA, allein die Vorbereitung des Aufzuges dauert ½ Tag, Wetterlagen-Risiko

rechts die jederzeit begehbare Wartungstreppe einer 220 MW Wasserturbine.

 

 

Warten auf das richtige Wetter
Anreise des Teams zum Standort
Anbringen des Lastenaufzuges
Transport der Technik und der Teile
Arbeiten unter schwierigen Bedingungen
u.U. Anmarsch von schwerem Hebezeug bei Komponenten-Austausch
Abbau des Lastenaufzuges

Im geschlossenen Betrieb
Standort-Team
fest montierte Hebekräne
Ebenerdige Befahrbarkeit
klimatisierte Räume, manchmal etwas warm

 

Eine weitere Challenge ist das Wetter in Form von
-Elektrostatik (Gewitter)
-Temperatur-Schwankungen an der Kinematik
-Eisbildung an den Flächen (Unwuchten)

-ungünstige Kraftverhältnisse Mast : Kraftpunkt; die erforderlichen und dann doch nicht hinreichenden Maßnahmen zeigen die folgenden Bilder:

Fundament in Vorbereitung (Paderborn)

Komplett-Umsturz mit Fundament (Kreis Vechta)


Vielleicht reizt gerade diese unglaubliche Challenge so viele Ingenieure.
Aber wir sollten uns jederzeit dieser unglaublichen volkswirtschaftlichen Verschwendung der ingenieurmäßigen Denkkunst bewusst sein, und diese Ingenieure zu volkswirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Aufgabenstellungen hin führen.

 

Enercon
Wir widmen diesem Hersteller einen eigenständigen Punkt, weil einerseits das technische Konzept völlig abweichend vom Standard ist und weil Enercon der mit Abstand größte Deutsche Hersteller ist.

Enercon-Anlagen sind Getriebelos und arbeiten mit Synchron-Generatoren in variabler Drehzahl.
Ab der Anlage E66 ist ein kleiner Personen/Lastenaufzug vorhanden, so dass der Aufstieg über die Kletterleiter entfällt.

 

Mit dem Prinzip kommt die Anlage mit erstaunlich wenig Bauteilen aus. 

Obwohl das Konstruktionsprinzip vorteilhaft scheint, hat keine anderer Hersteller den Nachbau versucht.
Dementsprechend befindet sich Enercon in der Situation, dass die Komponenten überwiegend nicht bei Zulieferern beschafft werden können.

 

Der Patentrechtstreit mit GE um Technik für das Stabilisierungsverhalten bei Spannungseinbrüchen und bei Phasenverschiebungen hat den Export erheblich blockiert, ist inzwischen aber beigelegt.

 

Da die Technik nach Aussage von Technikern nicht kapselungsfähig, wäre sie demnach für Offshore nicht geeignet. Von Enercon selbst wird das bestritten. Tatsächlich ist Enercon bisher in diesem Bereich nicht tätig.

 

Der Unternehmer, Herr Wobben - ein Selfmademan,

ist weiterhin ein glühender Verfechter der dezentralen Onshore-Installationen (Vorteil Verbrauchsnähe – was sicher stimmt.)

 

 

 

 

Weltmarkt

Ranking nach Zahlen 2004 aufgebaut, bis auf Enercon ausnahmslos Getriebeanlagen

Hersteller

Anteil 2004

Anteil 2005

Flagschiff

Hauptsitz

Vestas

34%

28%

V120 4,5 MW

Dk

Gamesa

18%

12,9%

G90 2,0 MW

ES

Enercon

15,8%

13,2%

E112 4,5 MW

D

GE Wind

11,3%

17,7%

3.6sl 3,6 MW

D/USA

Siemens (Bonus)

6,2%

+

NN 3,6 MW

Dk

Suzlon

3,9%

+

S.88 2,1 MW

Indien

RePower

3,1%

=

MM92 3 MW

D

Mitsubishi

2,6%

+

MWT92 2,4 MW

Japan

EcoTecnica

2,6%

+

100 3 MW

ES

Nordex

2,3%

-

N90 2,3 MW

D

Sonstige

4,1%

+

 

 

Gesamt-Install.

8.180 MW

10.000 MW

 

 

 

Wenn man Enercon, RePower und GE Wind Deutschland zuzählt, hält Deutschland einen Weltmarkt-Anteil von 29%, wobei GE Wind seine Aktivitäten mehr auf USA ausrichtet.
Nicht berücksichtigt ist der Komponenten-Hersteller Siemens/Flender, der einen Weltmarktanteil bei Getrieben von 50% hat.

 

Deutsche Adressen

Hersteller

Ort

Telefon

WWW

Geschäft

Sitz

Vestas

Husum

0 4841-971-0

vestas.de

Verkauf

Dänemark

Gamesa

Oldenburg

0441 / 92540-0

gamesa.de

Verkauf

Spanien

Enercon

Aurich

0 49 41 927-0

enercon.de

Produktion

Deutschland

Fuhrländer

Waigandshain

0 26 64 - 99 66 - 0

fuhrlaender.de

Produktion

Deutschland

GE Wind

Salzbergen

05971 980 0

gewindenergy.com

Produktion

Dänemark

Siemens (Bonus)

Bremen

0421 / 69458-0

siemens.com/powergeneration

Verkauf

Dänemark

Suzlon

Rostock

0381 203 77 - 0

suzlon.de

Verkauf

Indien

RePower

Hamburg

040 / 539307-0

repower.de

Produktion

Deutschland

deWind

Lübeck

0451 / 3073 262

dewind.de

Produktion

Deutschland

Nordex

Norderstedt

040 / 500 98 - 100

nordex.de

Produktion

Deutschland

 

 

Gegenüber 2006 hat Enercon gewaltig zugelegt, ebenso Repower, jetzt Suzlon, Siemens hat erheblich verloren.
Fuhrländer pendelt als (bärtiger) Exot bei 3 %

Dieses Diagramm konterkariert übrigens die die Behauptung der Deutschen Windlobby, Deutsche WEA-Wertschöpfung sei ein wesentlicher Volkswirtschaftlicher Faktor.

Vestas ist ein ausländisches Unternehmen mit Deutschen Fertigungsstandorten (die man jederzeit abbauen kann), Enercon spielt weltweit als "getriebeloser" Exot kaum eine Rolle.
Die eigenntlichen Worldplayer sind/werden Vestas, GE-Energy, Gamesa, Suszlon.
Allerdings sind im Komponentenbereich Firmen wie Schlender u.a. schon weltweit dominierned.