Nimby

Seien Sie kein NIMBY.
(not in my back yard Amerikanischer Begriff für St. Florians-Jünger)

Das Argument "Ich bin ja gar nicht gegen Windkraft, weil ..., nur bei uns bitte nicht, weil ..." macht unsere Ziele unglaubwürdig. Man bestätigt damit der Windkraft (ungewollt) implizit eine Nutzen!

Bei allen Diskussionen um Pro und Kontra sollte man den Blick auf den Kern nicht verlieren.

1. Strom kann man nicht speichern, er muss exakt in der Sekunde verlässlich und nach hohen Gütekriterien produziert werden, in der er gebraucht wird. Pumpspeicher-Werke stellen eine Sonderlösung für spezifische Bedarfskonstellationen dar. Mit Einführung der Windstrom-Erzeugung hat sich das fundamental verändert. Jetzt muss neben der Berücksichtigung des schwankenden Bedarfs auch die schwankende Produktion der Windkraft-Anlagen berücksichtigt werden, wobei diese Schwankungen sehr viel weniger planbar sind als die Verbrauchsschwankungen.

2. Windstrom-Menge ist vom Wind abhängig und damit nicht besser vorhersagbar als Wetter allgemein. Da hilft es auch nicht, mit Prozent-Angaben über die Prognose-Genauigkeit zu argumentieren. Einmal daneben liegen und keine Schattenkraftwerk unter Dampf haben heisst Strom-Ausfall. Damit kann Windkraft keinen Beitrag zur Gesamt-Kapazität leisten.

3. Durch die relativ geringe Nutzung hoher Investitionen (10-20% Nutzungsgrad) und ungünstige Wartungsaufwendungen in Verbindung mit hohem Verschleiß ist der Windstrom total überteuert. Dieses wird sich auch langfristig nicht durch noch höhere Anlagen und größere Parks zu einem Wettbewerbsfähigen Preis verändern lassen. Die Mehrkosten betrugen 29 Euro in 2004 für jeden Bundesbürger (zur Bereicherung der Windkraft-Industrie, denen weder ein ökologischer noch ein volkswirtschaftlicher Nutzen gegenüber steht.) Nicht in diesem Betrag enthalten sind direkte Förderungen von Bund und Ländern und Steuerkürzungen aus Steuersparmodellen (Geld, das Herrn Eichel ebenfalls in der Kasse fehlt und das er sich deshalb von uns über andere Steuern holen muss)
Als Aufschlag auf die kWh machte das auf der Basis der Vorverrechnungszahlen des VDN 0,42 €-Ct. je Endverbraucher-kWh aus. Bei der Ausmultiplizierung des eigenen Verbrauches mit diesem Aufschlag kommt der einzelne Verbraucher zunächst nicht auf den Wert von 29 Euro, weil natürlich auch Industrie und sonstiges Gewerbes unter diese Verbraucherkategorie fallen. Die dort zunächst angelandeten Kosten trägt der Verbraucher indirekt über erhöhte Waren- und Dienstleistungspreise.  

4. Preisgünstige Energie ist der Schlüssel zu internationaler Wettbewerbsfähigkeit, zu Wohlstand und zu Fortschritt. Die Industrie (und damit die Arbeitsplätze) folgt schon seit Beginn der Industrialisierung der Verfügbarkeit sicherer und preisgünstiger Industrie. Und wer da annimmt, wir könnten den Strom auch aus Frankreich, Polen/Litauen, Tschechien und UK beziehen, der irrt gewaltig. Langfristig ist es wirtschaftlicher, auch die industriellen Verbraucher dorthin zu verlagern.

5. Der Begriff erneuerbare Energien ist eine massive Verbrauchertäuschung. Die primäre Differenzierung hat neben dem Aspekt CO2-Entstehung nach dem Grundlastfähigkeit und Mittel- und Spitzenlastfähigkeit zu erfolgen, da man Strom nicht speichern kann. Davon abgegrenzt kann man unstetig erzeugten Strom (Wind- und Sonne-) gesondert betrachten. Es ist aberwitzig, anzunehmen, dass diese Produktionsmethoden eine wirkliche Bedeutung unter dem Aspekt "sicherer Netzbetrieb" erlangen werden, wenn man volkswirtschaftlich sinnhaltige Entscheidungsparameter zugrunde legt.

 

Hauptdefizite der Windstrom-Erzeugung:

1.       Landschaft ist für das dichtbesiedelte Deutschland ein kostbares Gut, das man nur bei entsprechendem Nutzen für die Allgemeinheit partiell opfern darf (keinesfalls jedoch dem Profitstreben von Abschreibungsfonds für Windkraftparks.)

2.       Gesundheit und Wohlstand des Einzelnen sind zu erhalten und dürfen nicht durch flächendeckende industrielle Verformung der Umwelt durch Windkraftanlagen in unerträglichem Masse beeinträchtigt werden.

3.       Windstrom ist ein Null-Mehrwertprodukt, da Produktionsnebenkosten in gleicher Höhe wie die Entfallkosten (für Produktion von konventionellem Strom) entstehen

4.       Ein ökologischer Nutzen (der Windkraft) ist nicht gegeben, da die konventionellen Kraftwerke wegen der Unstetigkeit der Windenergie weiterlaufen müssen.

5.       Durch dezentrale Binnenland und Offshore-Stromerzeugung entsteht neben dem unvermeidbaren Verteilerstern ein Sammelstern an die Landschaft belastenden Überlandleitungen.

 

Regelzonen gehören zusammengefasst und Hochspannungsnetzbetrieb ist Hoheitsaufgabe

Derzeit sind unterhalb des Schirmes der Europäischen Verbundnetzes UCTE in Deutschland vier in Privathand betriebene Regelzonen eingerichtet. Nachdem diese inzwischen in einem fast unentwirrbaren Firmenkonglomerat von Betreibern, Unterverteilern und Erzeugern (auch Windkraft) verbunden sind, das offensichtlich inzwischen wirtschaftlichen Interessen in den Vordergrund stellt und den Kunden-Anspruch nach sicherer und preisgünstiger Versorgung nachrangig sieht, wird ein demnächst agierender Regulierer überhaupt keine Chance mehr haben, diesen Knoten zu entwirren.
Deshalb:
- Verstaatlichung der 110/220/380-kV-Strecken.
- Verstaatlichung des Regelzonenbetriebes

Viele Europäische Länder betreiben ein Regelnetz in einer staatlichen oder teilprivatisierten Gesellschaft mit Hoheits-Aufgaben-Zuordnung.
Auch wenn dieses Modell vordergründig den Liberalisierungs-Zielen und dem Verfahren im Telekommunikationsbereich zu wieder zu laufen scheint, meinen wir:
- das heutige Modell hat seine mangelnde Operationsfähigkeit bewiesen.
-Strom und Telefon sind völlig unterschiedliche Dinge
- die Dreiteilung in private Produktion, staatliche Großraum-Verteilung und private Unterverteilung auch in lokalen Parallelstrecken bietet die beste Entkoppelung und den größtmöglichen Wettbewerb bei absoluter Versorgungssicherheit.

Die Einrichtung einer Regulierungsbehörde ist nichts anderes als ein Placebo und weitere Verschwendung von Haushaltsmitteln. Die Behörde darf keinen Einfluss auf Investitionen nehmen.

 

 

 

Begriffe und Maßeinheiten:
Wir verwenden einige gängige Fachbegriffe, die nicht an jeder  Stelle erklärt werden, und folgende Maßeinheiten soweit nicht anders benannt:

TWh=Mrd. kWh

Milliarden Kilowatt-Stunden für Stromarbeit

MW

MegaWatt (1.000.000) für Strom-Leistung

PJ oder P-Joule

Peta (1.000.000.000.000.000.000) Joule für allgemeine physikalische Arbeit.

Renewable

Internationaler Begriff für "Erneuerbare" Energie

Blackout

Flächenwirksamer Stromausfall

Umrechnung

1 kWh = 3.600 KJ = 860 KCal = 0,123 KG Steinkohle-Einheiten (SKE)

Einige Größenordnungen (2002/2003(*)):

Primärenergieverbrauch Welt

113.000 TWh

Prozent davon

% von Welt

Primärenergieverbrauch "D"

4.000 TWh

3,54

3,54

Davon für Strom "D"

1.250 TWh

31,00

1,11

Strom-Produktion "D" gesamt

595 TWh(*)

47,6

0,53

Strom-Verbrauch "D"

515 TWh(*)

84,03

0,44

Strom-Produktion "Wind" "D"

18,9 TWh (*)

3,20

0,01 (*)

 

 

 

 

Wind-Leistung "D"

14.600 MW (*)

 

 

(*) 0,01 % des gesamten Primärenergie-Verbrauches der Welt (CO2-Produktion)  würde danach rechnerisch durch die Deutschen Windkraftanlagen vermieden.
Allerdings gibt es zwei Korrektur-Faktoren:
-Bei einem angenommenen mittleren Wirkungsgrad von 45% der Kraftwerke wären es tatsächlich 0,02 Prozent.
-Da die konventionellen Kraftwerke wegen der Windschwankungen weiter unter Dampf stehen, ist die tatsächliche Einsparung erheblich niedriger. 

Strom-Produktions-Kosten nach Erzeugnis-Art (Netz-Overhead berücksichtigt) 2004
(Quelle E.ON Mix-Power-Angebot)

Art

Ct./kWh

Kernenergie

2,6

Kohle

4,4

Wasser

5,3

Biogas

10,0

Wind

11,4

Sonne

53,9