Offshore

Offshore in Deutschland

die Player

Internationale Entwicklungen

Fauna-Impact von Near/Offshore

Alle 80 Anlagen von Horns-Rev, dem Dänischen Nordsee-Tiefwasserpark müssen wegen Defekten an den Vestas-Generatoren demontiert und repariert werden. Damit ist die bisherige Kostenberechnung völlig obsolet. (Juni 2004)
Ende 2004 begann eine Austausch-Aktion größeren Stils von Transformatoren bei Vestas-Offshore WKA – die Betreiber reichten Schadenersatzklage ein.
Gesamt-Offshore-Kapazität Welt Ende 2004 580 MW, selbst bezogen auf das Gesamt-Volumen D nur ein Bruchteil. (Siehe auch DEWI-Annahmen in Grafik unten)

Nach dem Erfahrungsbericht der Bundesregierung vom 28.06.2002, der nach § 12 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) alle 2 Jahre  dem Bundestag vorzulegen ist, misst die Bundesregierung dem Ausbau von Windkraftanlagen im Offshore-Bereich wesentliche Bedeutung zu. Danach könnten bis zum Jahr 2006 mindestens 500 Megawatt (MW) und mittelfristig – bis 2010 – 2.000 bis 3.000 MW Leistung zur Windenergienutzung auf See erreicht werden. Langfristig sind nach diesem Bericht der Bundesregierung – d.h. bis zum Jahr 2025 bzw. 2030  20.000 bis 25.000 MW installierter Leistung möglich.

Vorab wollen wir hier allen Unkenrufen zum Trotz und trotz der bisher in Deutschland bei Offshore-WKA eingetretenen Verzögerungen klarstellen, dass es u.E. keine unüberwindbaren Hindernisse für die Errichtung von Offshore-WKA gibt. Wir explorieren Öl und Gas in der Nordsee und können mit sicher geringerem Umweltrisiko das auch mit Wind tun.
Allerdings ist hier auch die Frage nach der Unstetigkeit des Nordseewindes und nach dem Nutzungsgrad der eingesetzten Investition zu stellen. 

Allerdings ist die Aufgabenstellung in mehrfacher Hinsicht sehr anspruchsvoll und liegt im technischen Neuland:

 

·   Gründung im Meer ist in großen Wassertiefen wie bei der Exploration völlig unbezahlbar, bei niedrigen Wassertiefen sehr viel labiler gegenüber Treibsand und Wellengang

·   Die intensive Wartung ist transportlogistisch komplex und die witterungsbedingten Zeitfenster sind eng

·   Die Verbrauchsort-ferne Produktion erfordert schwer durchsetzbare Ferntrassen im Binnenland bis nach NRW

·  Der Betrieb großer Verbund-Anlagen benötigt eine Regelungstechnik, die bisher praktisch nur bei GE (im Einsatz auch bei den Dänen) verfügbar ist – der Deutsche Mainliner Enercon verfügt über eine weitgehend nicht anerkannte Regelungstechnik und ist bisher nicht im Offshore-Bereich engagiert (der Windkraft-Weltmeister ?)

·  Da auch im Offshore-Bereich Windstille (Flaute) vorkommt, bedingt bei der wesentlich höheren Spitzenleistung die Heranführung der Energie bei Flaute an die Verbrauchsstandorte zusätzliche Schattenkraftwerke und den Ausbau des Grenzüberschreitenden Verbund-Netzes

·  Kollisionsrisiko von Havaristen und Off-Track-Fahrern (Fehlkurse)

·  Mit den geplanten WKA in der Leistungsklasse 5 MW gibt es bisher wenig Erfahrung

·  Ende 2004 gelten Erzeugungskosten von 10-11Ct./kWh bei Investoren als realistische Größe.

·  In Dänemark werden 6Ct wegen besomderer Finanzierungsformen und wegen Flachwasser und Küstennähe gerechnet.   


 

Offshore-Entwicklung in Deutschland, Annahme des DEWI, Ende 2002

 

 

BTM-Consult sieht die kurzfristige Onshore noch etwas optimistischer, aber in 2006 kommt nach den Annahmen der Windlobby die Onshore-Entwicklung weitgehend zum Erliegen. Über die Hintergründe spekulieren wir unter Trittins Flucht nach vorn.

 

Dieser Ausbau soll sich im küstennahen Bereich innerhalb des nationalen Hoheitsgebietes vor Cuxhaven, Langeoog/Baltrum, Borkum und in der ausschließlichen (Deutschen) erweiterten Wirtschaftszone in Teilbereichen vollziehen. (rot und gelb-schraffiert)

 

 

Bedingt durch diese anspruchsvolle Technik in der ungünstigen Betriebskonstellation herrscht Konsens unter Promotern und den Gegnern, dass Offshore-Windstrom erheblich teuerer  als der Onshore-Windstrom sein wird.
Das in der Vergangenheit von der Lobby vertretene Modell der Verbrauchsstandort-nahen Produktion wird völlig konterkariert.


 

die Player

 

Der Deutsche Platzhirsch unter den WKA-Herstellern – Enercon - ist bisher nicht im Offshore-Geschäft engagiert. Hauptproblem von Enercon scheint die mangelnde Schutzmöglichkeit der offenen Generator-Konstruktion, die eine Kapselung nicht zulässt, vor der aggressiven Meeresluft zu sein.
Die im Bereich der Groß-Anlagen erforderliche Steuerungstechnik kann nur von erfahrenen Kraftwerkskomponenten-Herstellern beigebracht werden. Das hat GE (General-Electric) früh erkannt, sich engagiert und entsprechende Technik mit Patenten belegt.
Deshalb muss hier auch entschieden den blauäugigen Äusserungen der Branche und auch des VDMA widersprochen werden, Deutschland sei in der WKA-Technik Weltspitze. Ein Kern-Element, die Steuerungstechnik, ist nichtgegeben. Da hilft auch die Zertifizierung der Enercon-Technik durch einen Deutschen Regelzonen-Betreiber nicht. Weltweit werden andere Qualitäten gefordert. Die Aussage Weltspitze ist allerdings wohl richtig für das sonstige Komponenten-Geschäft und Grundstoffe wie Fasern, Harze und Lacke, ebenfalls Kabel.

 

 

Internationale Entwicklungen

 

·     Dänemark ist auf Grund des Geografischen Vorteils mit der flachen Ostsee sehr weit fortgeschritten. Allerdings ist die Technik nur begrenzt auf die Landfernen und tieferen Gebiete mit dem hohen Wellengang der Nordsee übertragbar.
Allerdings hat der erste Nordsee-Park der Dänen, Horns Rev, nördlich von Sylt, bereits nach einem Jahr einen Komplett-Ausfall erfahren, weil die Regelungstechnik bei allen 80 Anlagen ausgetauscht werden muss, was nur durch eine vollständige Gondeldemontage (mit Transport zum Land) bewerkstelligt werden kann. Der Aufwand liegt im höheren zweistelligen Millionen-Bereich.

·     In den USA gibt es den wohl umstrittensten Offshore-Plan der Welt vor Capecod (Boston) im sogenannten Nantucket-Sound. Die Realisierung ist auch in 2005 noch unsicher (wir hoffen noch und drücken den befreundeten Gegnern dort die Daumen.

·     In England hat man den dreifachen Joker Offshore erkannt und wird ihn ziehen
-- lange Küstenlinie mit hohen Pachteinnahmen aus Offshore für den Staat
-- Beruhigung der Bürger wegen Verzicht auf Onshore
-- Erfüllung der EU-Anforderungen nach der Green-Power-Quote

·     Aktualisierung England 2005: Erst zwei Windparks sind realisiert. Es gibt massive Widerstände und Finanzierungsprobleme

 

Folgendes Diagramm von 2003 zeigt den Ist- und Planungsstand im Bereich Nord/Ostsee:

 

 

 

 

Seitdem hat sich wenig geändert. Offshore-Strom wird teuer und niemand traut sich, nur Repower und Enercon haben dem Staat 25 Mio für einen Mini-Demo-Betrieb aus dem Kreuz geleiert.

Fauna-Impact von Near/Offshore

Die Auswirkungen sind vermutlich sehr komplex, viel komplexer als man glaubt. Eine Untersuchung in Seebrügge in 2004 über die Anpassungsfähigkeit von Jungvögeln (Seeschwalben) hat folgende Grafik ergeben. Dort stehen seit Jahren eine Reihe kleiner WKA direkt in einem Seeschwalbenbrutgebiet. (grau) Nach wie vor ist die Anpassung an die Gefahr offensichtlich nicht gelungen, wie die Kollisionsstatistik zeigt. Die oberen Kreissegmente enthalten natürlich wegen des dort gegebenen Wassers keine Fundstellen. Eine eigentlich naheliegende Folgerung für Naturschützer wäre natürlich das Verbot von WKA in der Nähe von Vogelbrutgebieten. Eine derartige Forderung von BUND, NABU oder insbesondere Greenpeace ist mir allerdings nicht bekannt.

Quelle: Research Institute for Nature and Forest, Brüssel